Das älteste noch erhaltene Wohn- und Geschäftshaus der Stadt Helmstedt befindet sich am Marktplatz "Markt 7". Es wurde im Jahr 1491 als dreigeschossiges Fachwerkhaus über dem Keller eines Vorgängerbaus errichtet, in dem ein Deckenbalken aus der Zeit um 1250 gefunden wurde. Die Abbundzeichen auf den Balken lassen vermuten, dass dieses Haus das verbliebene Siebtel einer Art "Reihenhausbebauung“ am Markt ist.
Im Jahr 1560 wurde es offensichtlich zu eng und man erweiterte das Gebäude um rund zwei Meter in Richtung Markt. Zunächst entstand so ein Arkadengang, der entsprechend dem Zeitgeist (Renaissance) kunstvoll verziert wurde. 
Ein Blick an die Decke lässt ahnen, mit welcher Mühe und Kreativität die Verzierungen angebracht wurden. Auch der mit Jagdszenen geschmückte Balken ist ein einmaliges Zeugnis dieser Epoche. Diese Art der Decken-Dekoration bezeichnet man als Pressstucktechnik, da die Motive in feuchten Kalk-Feinputz gepresst wurden. Ebenfalls sehenswert ist die wunderbar restaurierte Kellertür und die noch gut erkennbare ehemalige Feuerstelle mit den ruß geschwärzten Steinen. Rund siebzig Jahre nach der ersten Hauserweiterung hat man weiter angebaut und das Haus nach hinten um etwa 2,20 Meter vergrößert.
Da aber das ursprüngliche Haus erhalten blieb, ist sozusagen ein Haus im Haus entstanden, dessen ehemalige Fassade jetzt als Innenwand im Obergeschoss bewundert werden kann.
Das angrenzende Haus "Markt 8" mit dem Haupteingang für Besucher ist im Vergleich dazu ein "Neubau" und erst 1908 errichtet worden. Die Ansicht entspricht dem Zeitgeist zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Fassade im Erdgeschoss wurde wieder originalgetreu rekonstruiert. Bei einem Besuch des kleinen Innenhofes, der im Zuge der Baumaßnahme entstanden ist, werden Sie die unterschiedliche Außenansicht feststellen - vorne einfarbig und hinten als sichtbare Fachwerkfassade. Diese Art der Fassadengestaltung hat es vor allem im Barock und im Klassizismus immer wieder gegeben, um den öffentlichen Blicken zum Markt hin eine massiv wirkende Fassade "vorzugaukeln". Hier wurde bei archäologischen Grabungen übrigens die einstige "Kloake" entdeckt. Sie musste zwar anschließend aus statischen Gründen wieder verfüllt werden, ist aber im oberen Abschnitt gut sichtbar. Während sich im "Neubau" in den oberen Etagen Büroräume befinden, entstanden im "historischen" Haus in der ersten Etage Ausstellungsräume sowie ein Besprechungszimmer im Erdgeschoss. Aber eigentlich stellen die Räume für sich auch ein eigenes Museum dar.
Im zweiten Obergeschoss vom Haus "Markt 7" ist so etwas wie ein kleiner Saal entstanden, der über eine Art Galerie direkten Zugang zur inneren Fassade bietet. Von hier aus können Sie die Innen- oder ursprünglich die Außenwand mit dem gut erhaltenen Barockfenster bewundern. Im Juni 2004 wurde im Erdgeschoss Haus "Markt 8" die Touristen-Information Helmstedts eingerichtet. Sie erhalten hier Auskünfte, Tipps und ausführliches Informationsmaterial zu den Sehenswürdigkeiten und den Einrichtungen in Helmstedt und der Umgebung.
Die Mitarbeiterinnen der "Info am Markt" organisieren hier Stadtführungen und nehmen Anmeldungen für das Grillvergnügen am Grillplatz im Lappwald entgegen. Weiterhin erhalten Sie Eintrittskarten für Veranstaltungen im Helmstedter Brunnentheater und können als Erinnerung an Ihren Aufenthalt in Helmstedt oder als Geschenk für Ihre Gäste die Helmstedt-Souvenirs erwerben.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
"Info am Markt" |
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Markt 7/8 |
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38350 Helmstedt |
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Telefon |
0 53 51/ 39 90 95 |
Fax |
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