
Das Helmstedter „Kaufhaus Innenstadt“ aus dem Jahr 2008 entwickelte sich in 2009 erfolgreich zum „Treffpunkt Innenstadt“.
Die Eröffnung der Begegnungen im „Treffpunkt Innenstadt“ fand am 25. April im Rahmen der Maibaum-Aufstellung auf dem Marktplatz statt. Begleitet von Musik der Hudson-High-School-Musiker, die im Gymnasium Julianum zu Gast waren, sowie vom Spielmannszug Rhode wurde der Maibaum von der Helmstedter Feuerwehr auf dem historischen Marktplatz aufgestellt. Eine Ausstellung in der Touristen-Info am Markt zum Thema „Partnerstädte Helmstedts“ sowie Tanzdarbietungen von Helmstedter Bürgern, die gebürtig aus der Türkei und aus Südamerika stammen, begleiteten die Veranstaltung. Herr Hans-Joachim Rambow vom niedersächsischen Einzelhandelsverband eröffnete den „Treffpunkt Innenstadt“ festlich mit einer Ansprache.
Weiter ging es im Mai mit dem Spieltreff Innenstadt: Der bestehende Kindertag wurde um die Beteiligung weiterer Gruppen erweitert und unter dem Slogan „Opa trifft Enkel“ gefeiert. Den Bürgern und Gästen wurde ein Treffen von Generationen zum miteinander Spielen ermöglicht. Beteiligt waren u. a. der Seniorenbeirat, der auf den Rathaustreppen den jüngsten Bürgern der Stadt vorlas, das Mütterzentrum mit einem Pétanque-Spiel, zudem das Jugendfreizeitzentrum mit einer Spiele-Olympiade und das DRK mit zahlreichen Aktionen für Kinder und Erwachsene. Ein Gottesdienst mit musikalischer Untermalung durch den Kindergarten-Chor St. Thomas rundete das Angebot ab.
Ebenfalls im Mai schloss sich der Musiktreff Innenstadt an: Das große Potenzial der zahlreichen Helmstedter Musiker mit vielen verschiedenen Stilrichtungen wurde für eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe in der Innenstadt genutzt. Der Bankschalter wurde zur Bühne umgebaut, im Ratssaal spielten Rokoko-Musiker, im Wirtschaftsprüfungsunternehmen wurde Popmusik gecovert und die Chorknaben unterhielten im Seniorenheim. Jeden Abend ein anderer interessanter Veranstaltungsort und eine andere Musikrichtung sorgten für Belebung im Treffpunkt Innenstadt.
Für weitere, kulturelle Belebung sorgte der Kulturtreff Innenstadt. Von Anfang Mai bis Ende September fanden jeweils montags Lesungen in Geschäften und Institutionen der Innenstadt statt, insgesamt zwanzig vergnügliche Abende mit Krimis, lustigen Gedichten, eigenen Texten und Lieblingsbüchern aus vier Generationen. Dieser Termin hatte sich bei den Freunden der Lesungen fest etabliert und fand seinen Höhepunkt bei der Buchpräsentation der Schreibwerkstatt, die ihre neue Anthologie „Freiheit, die ich meine“ zum 20. Jahrestag der Grenzöffnung vorstellte.
Der Kulturtreff beinhaltete noch eine weitere Variante, die dauerhaft den Treffpunkt Innenstadt manifestierte: Unter dem Motto „Kunst trifft Kunde“ stellten 25 Künstler ihre Werke von Mai – September monatlich wechselnd in den Geschäften der Innenstadt aus. Da gab es Holzplastiken und Aquarelle in Apotheken, „Kunst im Treppenhaus“ des Rathauses, „Kleinigkeiten mit Nebengeräuschen“ beim Fleischer, „Sichtweis(heit)en“ in Form von Fotografien in der Bankfiliale, „Reiseimpressionen“ im Reisebüro und Künstlerinnen der Malschule der Kreisverkehrswacht stellten ihre Werke in einem Leerstand aus. Jeden Monat wurde ein Vernissage-Rundgang durch die wechselnden Ausstellungen in den Geschäften angeboten, zu dem sich ein immer größer werdender Kreis einfand.  |  | |
Im Juni begegneten sich die Bürger beim Open Air Treff Innenstadt auf Markt ohne Grenzen. Die Geschäfte präsentierten ihre Sortimente unter freiem Himmel. Angereichert mit Musik von Country bis Drehorgel, Kunsthandwerk von feinster Perlenhäkelei bis hin zum Kettensägen-Kunstwerk, Präsentationen der Berufsschule im Körperpflegebereich und Mitmachaktionen wurde es ein bunter Tag. Das beim Open-Airtreff aus Knopfspenden der Bürger gefertigte Stadtwappen kann nun im Rathaus bewundert werden.
Im zweiten Halbjahr des Treffpunkts Innenstadt trafen sich erst die Skater, um ihre Runden in der Innenstadt zu drehen und vier Wochen später die Streckenläufer beim „Lauf um die Wälle“. Zusammen bildeten diese Veranstaltungen den Lauftreff Innenstadt. Über 200 Sportler nutzten die Gelegenheit, sich in der Innenstadt aktiv zu betätigen und eine der Siegerprämien in Form von Sachpreisen oder Pokalen zu erhalten. Die Aktionen wurden mit Live-Musik, Spielangeboten für Kinder oder Massagen für die Sportler attraktiv ergänzt.
Die letzte Veranstaltung führte auf die Spuren der Helmstedter Universitätsgeschichte mit ihren berühmten Gelehrten. Beim Promitreff Innenstadt konnten Bürger und Gäste Helmstedts mehr über die Professoren Gauß, Beireis, Heister und Conring erfahren – diese traten in der Helmstedter Innenstadt auf. Die Helmstedter Hausmänner bliesen auf ihren Flöten wie in der Vergangenheit die Stunden ab und teilten der Bevölkerung mit, wann es Zeit war, sich nach Hause zu begeben. Der Autor August Lafontaine deklamierte anlässlich seines 251. Geburtstages Gedichte in der Buchhandlung. Forstmeister Alers führte mit seinen Forstgesellen vor, wie mit der von ihm erfundenen Flügelsäge Bäume in großer Höhe ausgeästet wurden und Professor Heister stellte anschaulich die Amputation einer Hand dar. Wissensvermittlung mit Gruselpotenzial – wem dies auf den Magen schlug, der konnte sich beim Late-Night-Shopping gut ablenken.
Die Ab-in-die-Mitte-Aktionen zogen sich wie ein roter Faden durch den Veranstaltungszeitraum und waren in den Medien und bei der Bevölkerung sehr präsent. Dies soll mit den Aktionen zu "Ab in die Mitte! Helmstedt - Univers(al)ität 2010" fortgesetzt werden.
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