Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab – von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt damit zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.
Im Rahmen dieser Förderung hat die Stadt Helmstedt eine Zuwendung aus dem Klima- und Transformationsfonds zur Erweiterung des kommunalen Energiemanagements erhalten (Förderkennzeichen: 67K27177). Kommunales Energiemanagement umfasst die kontinuierliche und systematische Erfassung und Steuerung des Energie- und Ressourcenverbrauchs städtischer Liegenschaften. Durch das kommunale Energiemanagement sollen Energie- und Ressourcenverbräuche sowie die damit verbundenen Kosten reduziert werden.
Zur Umsetzung des Vorhabens und der damit verbundenen Ziele wurde für den Zeitraum vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2029 ein Energiemanager eingestellt. Er ist für den Aufbau und die Weiterentwicklung des Energiemanagementsystems zuständig. Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere die Auswertung von Energiedaten sowie die fachliche Unterstützung bei der Identifizierung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist die Weiterentwicklung der organisatorischen Strukturen des bereits bestehenden Energiemanagements. Insbesondere mit Blick auf aktuelle Ziele, Organisationsformen, Anforderungen und Einsparverfahren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der systematischen energetischen Bewertung der kommunalen Liegenschaften. Dabei sollen der energetische Zustand der Gebäude sowie bestehende Einsparpotenziale erfasst werden.
Parallel dazu soll die Messtechnik für die Erfassung der Energieverbräuche durch die Beschaffung und Installation intelligenter Messsysteme (Smart Meter) weiterentwickelt werden. Ergänzend ist die Einführung einer Energiemanagementsoftware vorgesehen, mit der Energiedaten systematisch erfasst, verwaltet und ausgewertet werden können.
Auf dieser Grundlage soll ein digitales monatliches Energiecontrolling für Strom, Wärme und Wasser mit liegenschaftsbezogenen Monatsberichten für priorisierte Liegenschaften aufgebaut werden. Im Fokus stehen zunächst die Liegenschaften, auf die zusammen mindestens 60 Prozent des gesamten Wärmeverbrauchs aller städtischen Liegenschaften entfallen. Durch die regelmäßige Auswertung und den Vergleich der Verbrauchsdaten können Auffälligkeiten frühzeitig erkannt, Verbrauchsentwicklungen verfolgt und weitere Einsparpotenziale EDV-basiert identifiziert werden.
Die Ergebnisse des laufenden Energiecontrollings sollen in die Erarbeitung und jährliche Aktualisierung eines Energieberichts einfließen. Dieser soll die Ergebnisse der Implementierung des Energiemanagements dokumentieren, alle relevanten Handlungsfelder, Prozesse sowie Verbrauchs- und Erzeugungsstellen erfassen, Einsparpotenziale identifizieren, Handlungsempfehlungen geben und dem Rat für eine Entscheidungsgrundlage für seine Beschlüsse bieten.
Im weiteren Verlauf strebt die Stadt Helmstedt die Zertifizierung nach dem Standard Kom.EMS1 an, um die Qualität des Energiemanagements nach außen sichtbar zu machen und das Energiemanagement kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig soll großer Wert auf eine aktive interne und externe Kommunikation gelegt werden, beispielsweise durch Energieberatungen, Informationsangebote und die Teilnahme an Netzwerktreffen.
1 Kom.EMS steht für Kommunales Energiemanagement-System und ist ein Werkzeug für den systematischen Aufbau und die Fortschreibung eines Energiemanagement-Systems für kommunale Verwaltungen.